Mittwoch, 18. September 2013

Beste Käsesemmel.

Seid gegrüßt eventuelle Leser :)

17.9.13
Es ist soweit! Mein erster Tag in Auckland ist angebrochen. Ich bin gegen halb 7 aufgewacht, bzw in der Nacht mehrmals, aber wenns noch richtig dunkel is, fällts einem ja nich schwer einfach liegen zu bleiben und weiterzuschlafen. Auch dann um halb 7 bin ich noch bisschen gechillt und schliesslich um halb 8 aufgestanden. Hab also circa 14 Stunden geschlafen. ordentlich, und so hab ich auch den Jetlag glaubich ganz gut bekämpft. Ausserdem isses besser wenn ich abends schon schnell müde und dann dafür aber sehr früh aufsteh :) hat man mehr vom tag, von der nacht hab ich hier ja eh erstmal noch nichts. Ich bin also aufgewacht, geh mich waschen, geh zurück zum Zimmer, mach die Tür auf und dann steht auf einmal mein Mitmensch vor mir. Total in Eile, ich sag noch „Good Morning :)“, er bekommts garnichmehr mit und rennt die Tür raus. Also hab ich ihn auch mal gesehen^^ sieht bisschen aus wie Rudy von Misfits. Aber auch nur bisschen. Wie das so ist, trau ich mich noch nicht raus in den Gemeinschaftsraum/küche, weil da andere Menschen sind und die ja mit mir reden könnten. Also mach ich erstmal Bernd an und check meine Emails. Das geht ja wunderbar bei mir am Morgen, weil ihr in Deutschland eure Emails mir ja über euren Tag zusendet. Nachdem das abgehakt war, hab ich meinen Rucksack gepackt, mein kleines Longboard hinten drauf gepackt und bin wagemutig hinausgeschritten Richtung Auckland. Mein Hostel ist in Mount Eden, ein Suburb von Auckland. Ich erinner mich noch wage an die Wegbeschreibung von Johnny zum nächsten Supermarkt und schlendere am neuseeländischen Morgen die Strasse entlang, grüße eine nette Hundebesitzerin und genieße das Dasein in Neuseeland. Was man hier wirklich feststellen kann ist, wenn man die Leute anlächelt, dann lächeln sie ziemlich freundlich zurück. Auch hier gibt es die Menschen, die den Blickkontakt aktiv vermeiden, aber man merkt auch die Tendenz andere Leute anzuschauen und anzulächeln :) durchaus sympathisch. Nachdem der Weg sehr viel länger ist, als ich dachte, kam ich schliesslich beim supermarkt an, Countdown. Ein schwarzes würfelgebäude mit einem grünen apfel drauf. Ich gehe hinein und merke gleich wieder: hier ist es auf links getrimmt. Also auch die Supermärkte „drehen“ sich in die andere Richtung wie bei uns. Ich lass mir ordentlich Zeit zum einkaufen, ich hab ja Zeit, schau mir in aller Ruhe die ganzen Produkte an, schau ob ich irgendwelche unterschiede feststelle zu deutschland, begutachte die Preise, versuch bisschen umzurechen und mich an die andere Währung zu gewöhnen. Nach ewigkeiten halte ich schliesslich eine Wasserflasche, Instand Kaffee, Scheibenkäse, Semmeln, Toast und Erdnussbutter in den Händen. Ich hab ehrlich gesagt vlt 3 mal in meinem Leben aktiv erdnussbutter gegessen, aber neues Land, neue Essgewohnheiten. Zumindenst dachte ich mir das mal eben so. und ich hab sonst nichts gefunden, was ich hätte nehmen sollen für meine nahrung. Denn hier komm ich ehrlich gesagt schon an das erste wirkliche tiefliegende Problem meines Lebensstils. Wenn nichts zu essen da ist, esse ich auch nichts. Ich schau vlt nich so aus, aber ich vermeide es ehrlich gesagt zu essen, wenn ich mich drum kümmern muss. Direkt hunger habe ich nicht, ich merk nur dass mir manchmal aufeinmal schlecht wird, weil ich nichts gegessen hab, aber dieses gefühl „ich muss das jetzt unbedingt essen sonst sterbe ich!“ habe ich eigentlich nicht. Ausser wie gesagt das essen steht bereit vor mir. Aber hier, wo ich mich selber um meine Ernährung kümmern muss, wird das wirklich zu einem Problem. Deshalb wird es auch zeit dass ich auf eine Farm komme, da bekomm ich wenigstens was zu essen :) und vlt inspiriert mich das ja alles und ich lern endlich mich selber um eine ausgewogene Ernährung zu kümmern und nicht immer nur phasenweise. Weiter im text: mit meinem neuen essen im rucksack gehe ich also weiter die strasse entlang und komm zu einer grossen grünfläche.

Eigentlich ein anderer Platz :)
 Ich erblicke eine rastbank und setz mich hin und bereite mir eine Käsesemmel vor. Und ich schwör, diese Käsesemmel war das genialste und geilste was ich je gegessen hab! Ich bin fast gestorben wegen diesem Geschmacksorgasmus. Mittlerweile glaube ich, dass das Flugzeug und der Druckunterschied meine geschmacksnerven getötet oder einfach abgestumpft hat und deshalb sind sie so auf jegliche Geschmackstoffe angesprungen. Ich hab danach mal käse und semmel einzeln probiert, beides ganz gut, aber nich überwältigend. Die nachfolgenden käsesemmeln waren ebenfalls ganz gut, aber nich so umreisen wie die erste. Sieht man mal. Fliegen ist schlecht fürs schmecken. Oder gut?
Nachdem ich brav gespeist habe, packe ich Bernd aus und schreibe in dieser Grünanlage meinen Blog über Abschied, den ich ja letztendlich doch nich veröffentlicht habe. Es wird bisschen kälter und ich zieh meine Regenjacke an, mach mir noch ne Semmel und gehe weiter. Zum glück hab ich am Flughafen ne map von Auckland geklaut, sonst hätte ich jetzt gar keine Orientierung. Ich lauf weiter zum Eden Park. Auf dem weg hab ich dann mal mein short board ausprobiert. Ist aber Auckland-ungeeignet. Man findet hier keine einzige ebene stelle, entweder es geht konstant bergauf, teilweise echt richtig krass steil und es is sinnfrei mim shortboard zu fahren oder es geht bergab, teilweise zu sehr bergab, man wird sofort zu schnell und es gerät ausser kontrolle, noch dazu is der boden teilweise sehr uneben… also schnall ich das short board wieder auf meinen rucksack und schreite weiter. Angekommen am Eden Park stelle ich fest, dass es kein Park ist, sondern eine Sportarena. Hmpf. Also weiter gelaufen. Irgendwie bin ich dann Richtung meer gekommen und ich dachte mir „okey, also mal ab zum meer!“. Mithilfe der Karte habe ich gekonnt immer die falsche abzweigung genommen und mich immerwieder verlaufen. Aber die beste Devise dafür ist „Nicht umkehren und schauen wo man falsch gelaufen ist, sondern weiterlaufen und schauen wie man trotzdem zum Ziel kommt.“ Diese Einstellung macht allerdings nur sinn, wenn man zeit hat und die stadt wirklich sehen will. Denn zugegeben, ich hab unmenschlich lange für alles gebraucht^^ aber egal, ich hab ja zeit. Schliesslich konnte ich das meer sehen, meine füße taten aber dermassen weh dass ich mir ne bank gesucht hab und mich erstmal setzen musste. Ausserdem musste ich feststellen dass vor mir alles abgesperrt ist, also der zugang zum meer, also musste ich einen weg finden dorthinzukommen. Auf der karte habe ich meinen standpunkt nur leider nicht gefunden. Die straßennamen die ich in meiner umgebung gesehen habe, waren nich auf der karte. Als meine füße wieder lebten, hiess es „einfach mal weiterlaufen“. Ich hab dann einen kleinen weg entdeckt der einen berg hochführte, zwar weg vom ziel aber der weg sah schön aus. Also extrem steile treppe rauf und oben angekommen erstmal den blick genossen :) ich wusste nur leider immer noch nich wo ich bin. Also ging ich wieder runter, nach ewigem rumlaufen kam ich dann schliesslich ans meer, hab mich auf ne bank gesetzt und besagten letzten blogeintrag geschrieben.


 Nach bisschen gechille bin ich am meer entlang, eine treppenbrücke über die strasse gefolgt und war wieder weit oben. Hier geht irgendwie alles sehr schnell nach oben und dann wieder nach unten^^ also hatte ich wieder einen schönen ausblick :)


 ich kam dann schliesslich zufällig bei einer Kiwi-Bank vorbei, dachte mir „okey, dann eröffne ich mal ein konto.“ Ging aber nich. Weil ich noch keine Tax-Number hab, also hab ich diese beantragt. Wird bisschen problematisch, weil die ne adresse wollten und des 10 tage dauert und ich ja keine ahnung hab wo ich denn in 10 tagen bin. Aber anscheinend kann ich sie auch übers telefon erfahren und nich nur per post :) draussen bei der bank hab ich meine karte dann noch mal ausprobiert und es hat wunderbar funktioniert. Verstehe einer mal diese technik. Dann kam ich an nem Handyladen vorbei, hab mir ne prepaid-card zugelegt, aber kein handy. Da kostet son stein 49$ und das war mir dann doch zu viel^^ also hatte ich nur eine prepaid-karte, die hat 5$ gekostet und man muss 20$ guthaben draufladen um sie zu aktivieren. Im nachhinein eine sehr sehr dumme aktion. Schliesslich bin ich dann irgendwann wieder heim. Aber man muss beachten dass des durchaus strecken sind und ich nur zufuss rumgelaufen bin, also Hut ab Lenny, du betreibst nahezu sportliches wandern.
Zurück in meinem Hostelzimmer sehe ich dann meinen mitmenschen vor mir aufm bett sitzen. Ich geb ihm die hand und stell mich vor und wir fangen an bisschen zu reden. Bzw. er fängt an zu reden. Der Gute heißt Liam, ist Ire und redet Ire schnell. Ohne schmarrn, ich hab selten jemand SO SCHNELL reden hören. Des war echt richtig heftig. Der redet fast in Doubletime und gleichzeitig relativ klar. Fängt dann manchmal an über sein gesagtes zu kichern und redet dann gleich weiter. Mir wars ganz recht, so hör ich wenigstens englisch und rede mit ihm ohne selber sehr viel reden zu müssen. Is n recht netter Kerl, ich kann aber nich einschätzen wie alt. Er ist zumindenst lange fertig mit schule oder studieren und arbeitet hier im Council. Was genau er macht, weiß ich nich, aber er meinte es is keine arbeit fürs gehirn und da ist er relativ froh drüber. Achja und er lebt seit April in diesem Hostel. SEIT APRIL. Der wohnt schon fast n halbes Jahr in nem Hostel, hat den ersten Monat keine arbeit gefunden und hat sich eigentlich nur gelangweilt, is mehrmals den Mount Eden raufgestiegen, so ein Berghügel nich weit vom Hostel, und hat eich nichts getan. Naja jedem das seine, ich war ganz froh mal mit jemanden geredet zu haben, nachdem ich mir den ganzen tag eingeredet hab, dass es erstmal okey ist, nicht auf leute zuzugehen, man muss sich ja erstmal an die umgebung gewöhnen. Seh ich auch tatsächlich so, ich muss erstmal mit der Situation an sich klar kommen bevor ich waghalsig auf leute zu gehe. Und dann hat sich das ja eh aufeinmal gelöst. Mein Mitbewohner redet mit mir. Awesome *__*
Nachdem wir ne zeitlang geredet haben, sagt er aufeinmal mittem im gespräch er holt sich jetzt mal was zu essen, steht auf und geht ausm zimmer. Oooookey. Ich hab mir dann Bernd geschnappt, emails beantwortet und geschrieben und joa. Eigentlich wollte ich mich noch nach Farmen erkundigen und die anschreiben wegen arbeit, aber wie das so ist, lag ich auf einmal nurnoch tot da und musste schlafen. Und joa, das hab ich dann auch getan^^ Bettfertig gemacht und mich schlafen gelegt. Gute Nacht. Das war übrigens so um halb 8.
Das war mein erster Tag in Auckland :)
Danke fürs durchkämpfen,

Auf wieder-lesen

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