17.9.13
Es ist soweit! Mein erster Tag in Auckland ist angebrochen.
Ich bin gegen halb 7 aufgewacht, bzw in der Nacht mehrmals, aber wenns noch
richtig dunkel is, fällts einem ja nich schwer einfach liegen zu bleiben und
weiterzuschlafen. Auch dann um halb 7 bin ich noch bisschen gechillt und
schliesslich um halb 8 aufgestanden. Hab also circa 14 Stunden geschlafen.
ordentlich, und so hab ich auch den Jetlag glaubich ganz gut bekämpft.
Ausserdem isses besser wenn ich abends schon schnell müde und dann dafür aber
sehr früh aufsteh :) hat man mehr vom tag, von der nacht hab ich hier ja eh
erstmal noch nichts. Ich bin also aufgewacht, geh mich waschen, geh zurück zum
Zimmer, mach die Tür auf und dann steht auf einmal mein Mitmensch vor mir.
Total in Eile, ich sag noch „Good Morning :)“, er bekommts garnichmehr mit und
rennt die Tür raus. Also hab ich ihn auch mal gesehen^^ sieht bisschen aus wie
Rudy von Misfits. Aber auch nur bisschen. Wie das so ist, trau ich mich noch
nicht raus in den Gemeinschaftsraum/küche, weil da andere Menschen sind und die
ja mit mir reden könnten. Also mach ich erstmal Bernd an und check meine
Emails. Das geht ja wunderbar bei mir am Morgen, weil ihr in Deutschland eure
Emails mir ja über euren Tag zusendet. Nachdem das abgehakt war, hab ich meinen
Rucksack gepackt, mein kleines Longboard hinten drauf gepackt und bin wagemutig
hinausgeschritten Richtung Auckland. Mein Hostel ist in Mount Eden, ein Suburb
von Auckland. Ich erinner mich noch wage an die Wegbeschreibung von Johnny zum
nächsten Supermarkt und schlendere am neuseeländischen Morgen die Strasse
entlang, grüße eine nette Hundebesitzerin und genieße das Dasein in Neuseeland.
Was man hier wirklich feststellen kann ist, wenn man die Leute anlächelt, dann
lächeln sie ziemlich freundlich zurück. Auch hier gibt es die Menschen, die den
Blickkontakt aktiv vermeiden, aber man merkt auch die Tendenz andere Leute
anzuschauen und anzulächeln :) durchaus sympathisch. Nachdem der Weg sehr viel
länger ist, als ich dachte, kam ich schliesslich beim supermarkt an, Countdown.
Ein schwarzes würfelgebäude mit einem grünen apfel drauf. Ich gehe hinein und
merke gleich wieder: hier ist es auf links getrimmt. Also auch die Supermärkte
„drehen“ sich in die andere Richtung wie bei uns. Ich lass mir ordentlich Zeit
zum einkaufen, ich hab ja Zeit, schau mir in aller Ruhe die ganzen Produkte an,
schau ob ich irgendwelche unterschiede feststelle zu deutschland, begutachte
die Preise, versuch bisschen umzurechen und mich an die andere Währung zu gewöhnen.
Nach ewigkeiten halte ich schliesslich eine Wasserflasche, Instand Kaffee, Scheibenkäse,
Semmeln, Toast und Erdnussbutter in den Händen. Ich hab ehrlich gesagt vlt 3
mal in meinem Leben aktiv erdnussbutter gegessen, aber neues Land, neue
Essgewohnheiten. Zumindenst dachte ich mir das mal eben so. und ich hab sonst
nichts gefunden, was ich hätte nehmen sollen für meine nahrung. Denn hier komm
ich ehrlich gesagt schon an das erste wirkliche tiefliegende Problem meines
Lebensstils. Wenn nichts zu essen da ist, esse ich auch nichts. Ich schau vlt
nich so aus, aber ich vermeide es ehrlich gesagt zu essen, wenn ich mich drum
kümmern muss. Direkt hunger habe ich nicht, ich merk nur dass mir manchmal
aufeinmal schlecht wird, weil ich nichts gegessen hab, aber dieses gefühl „ich
muss das jetzt unbedingt essen sonst sterbe ich!“ habe ich eigentlich nicht.
Ausser wie gesagt das essen steht bereit vor mir. Aber hier, wo ich mich selber
um meine Ernährung kümmern muss, wird das wirklich zu einem Problem. Deshalb wird
es auch zeit dass ich auf eine Farm komme, da bekomm ich wenigstens was zu
essen :) und vlt inspiriert mich das ja alles und ich lern endlich mich selber
um eine ausgewogene Ernährung zu kümmern und nicht immer nur phasenweise.
Weiter im text: mit meinem neuen essen im rucksack gehe ich also weiter die
strasse entlang und komm zu einer grossen grünfläche.
Ich erblicke eine
rastbank und setz mich hin und bereite mir eine Käsesemmel vor. Und ich schwör,
diese Käsesemmel war das genialste und geilste was ich je gegessen hab! Ich bin
fast gestorben wegen diesem Geschmacksorgasmus. Mittlerweile glaube ich, dass
das Flugzeug und der Druckunterschied meine geschmacksnerven getötet oder
einfach abgestumpft hat und deshalb sind sie so auf jegliche Geschmackstoffe angesprungen.
Ich hab danach mal käse und semmel einzeln probiert, beides ganz gut, aber nich
überwältigend. Die nachfolgenden käsesemmeln waren ebenfalls ganz gut, aber
nich so umreisen wie die erste. Sieht man mal. Fliegen ist schlecht fürs
schmecken. Oder gut?
| Eigentlich ein anderer Platz :) |
Nachdem ich brav gespeist habe, packe ich Bernd aus und
schreibe in dieser Grünanlage meinen Blog über Abschied, den ich ja
letztendlich doch nich veröffentlicht habe. Es wird bisschen kälter und ich
zieh meine Regenjacke an, mach mir noch ne Semmel und gehe weiter. Zum glück
hab ich am Flughafen ne map von Auckland geklaut, sonst hätte ich jetzt gar
keine Orientierung. Ich lauf weiter zum Eden Park. Auf dem weg hab ich dann mal
mein short board ausprobiert. Ist aber Auckland-ungeeignet. Man findet hier
keine einzige ebene stelle, entweder es geht konstant bergauf, teilweise echt
richtig krass steil und es is sinnfrei mim shortboard zu fahren oder es geht
bergab, teilweise zu sehr bergab, man wird sofort zu schnell und es gerät
ausser kontrolle, noch dazu is der boden teilweise sehr uneben… also schnall
ich das short board wieder auf meinen rucksack und schreite weiter. Angekommen
am Eden Park stelle ich fest, dass es kein Park ist, sondern eine Sportarena.
Hmpf. Also weiter gelaufen. Irgendwie bin ich dann Richtung meer gekommen und
ich dachte mir „okey, also mal ab zum meer!“. Mithilfe der Karte habe ich
gekonnt immer die falsche abzweigung genommen und mich immerwieder verlaufen.
Aber die beste Devise dafür ist „Nicht umkehren und schauen wo man falsch
gelaufen ist, sondern weiterlaufen und schauen wie man trotzdem zum Ziel
kommt.“ Diese Einstellung macht allerdings nur sinn, wenn man zeit hat und die
stadt wirklich sehen will. Denn zugegeben, ich hab unmenschlich lange für alles
gebraucht^^ aber egal, ich hab ja zeit. Schliesslich konnte ich das meer sehen,
meine füße taten aber dermassen weh dass ich mir ne bank gesucht hab und mich
erstmal setzen musste. Ausserdem musste ich feststellen dass vor mir alles
abgesperrt ist, also der zugang zum meer, also musste ich einen weg finden
dorthinzukommen. Auf der karte habe ich meinen standpunkt nur leider nicht
gefunden. Die straßennamen die ich in meiner umgebung gesehen habe, waren nich
auf der karte. Als meine füße wieder lebten, hiess es „einfach mal weiterlaufen“.
Ich hab dann einen kleinen weg entdeckt der einen berg hochführte, zwar weg vom
ziel aber der weg sah schön aus. Also extrem steile treppe rauf und oben
angekommen erstmal den blick genossen :) ich wusste nur leider immer noch nich
wo ich bin. Also ging ich wieder runter, nach ewigem rumlaufen kam ich dann
schliesslich ans meer, hab mich auf ne bank gesetzt und besagten letzten
blogeintrag geschrieben.
Nach bisschen gechille bin ich am meer entlang, eine
treppenbrücke über die strasse gefolgt und war wieder weit oben. Hier geht
irgendwie alles sehr schnell nach oben und dann wieder nach unten^^ also hatte
ich wieder einen schönen ausblick :)
ich kam dann schliesslich zufällig bei einer Kiwi-Bank vorbei, dachte mir „okey, dann eröffne ich mal ein konto.“ Ging aber nich. Weil ich noch keine Tax-Number hab, also hab ich diese beantragt. Wird bisschen problematisch, weil die ne adresse wollten und des 10 tage dauert und ich ja keine ahnung hab wo ich denn in 10 tagen bin. Aber anscheinend kann ich sie auch übers telefon erfahren und nich nur per post :) draussen bei der bank hab ich meine karte dann noch mal ausprobiert und es hat wunderbar funktioniert. Verstehe einer mal diese technik. Dann kam ich an nem Handyladen vorbei, hab mir ne prepaid-card zugelegt, aber kein handy. Da kostet son stein 49$ und das war mir dann doch zu viel^^ also hatte ich nur eine prepaid-karte, die hat 5$ gekostet und man muss 20$ guthaben draufladen um sie zu aktivieren. Im nachhinein eine sehr sehr dumme aktion. Schliesslich bin ich dann irgendwann wieder heim. Aber man muss beachten dass des durchaus strecken sind und ich nur zufuss rumgelaufen bin, also Hut ab Lenny, du betreibst nahezu sportliches wandern.
ich kam dann schliesslich zufällig bei einer Kiwi-Bank vorbei, dachte mir „okey, dann eröffne ich mal ein konto.“ Ging aber nich. Weil ich noch keine Tax-Number hab, also hab ich diese beantragt. Wird bisschen problematisch, weil die ne adresse wollten und des 10 tage dauert und ich ja keine ahnung hab wo ich denn in 10 tagen bin. Aber anscheinend kann ich sie auch übers telefon erfahren und nich nur per post :) draussen bei der bank hab ich meine karte dann noch mal ausprobiert und es hat wunderbar funktioniert. Verstehe einer mal diese technik. Dann kam ich an nem Handyladen vorbei, hab mir ne prepaid-card zugelegt, aber kein handy. Da kostet son stein 49$ und das war mir dann doch zu viel^^ also hatte ich nur eine prepaid-karte, die hat 5$ gekostet und man muss 20$ guthaben draufladen um sie zu aktivieren. Im nachhinein eine sehr sehr dumme aktion. Schliesslich bin ich dann irgendwann wieder heim. Aber man muss beachten dass des durchaus strecken sind und ich nur zufuss rumgelaufen bin, also Hut ab Lenny, du betreibst nahezu sportliches wandern.
Zurück in meinem Hostelzimmer sehe ich dann meinen
mitmenschen vor mir aufm bett sitzen. Ich geb ihm die hand und stell mich vor
und wir fangen an bisschen zu reden. Bzw. er fängt an zu reden. Der Gute heißt
Liam, ist Ire und redet Ire schnell. Ohne schmarrn, ich hab selten jemand SO
SCHNELL reden hören. Des war echt richtig heftig. Der redet fast in Doubletime
und gleichzeitig relativ klar. Fängt dann manchmal an über sein gesagtes zu
kichern und redet dann gleich weiter. Mir wars ganz recht, so hör ich
wenigstens englisch und rede mit ihm ohne selber sehr viel reden zu müssen. Is
n recht netter Kerl, ich kann aber nich einschätzen wie alt. Er ist zumindenst
lange fertig mit schule oder studieren und arbeitet hier im Council. Was genau
er macht, weiß ich nich, aber er meinte es is keine arbeit fürs gehirn und da
ist er relativ froh drüber. Achja und er lebt seit April in diesem Hostel. SEIT
APRIL. Der wohnt schon fast n halbes Jahr in nem Hostel, hat den ersten Monat
keine arbeit gefunden und hat sich eigentlich nur gelangweilt, is mehrmals den
Mount Eden raufgestiegen, so ein Berghügel nich weit vom Hostel, und hat eich
nichts getan. Naja jedem das seine, ich war ganz froh mal mit jemanden geredet
zu haben, nachdem ich mir den ganzen tag eingeredet hab, dass es erstmal okey
ist, nicht auf leute zuzugehen, man muss sich ja erstmal an die umgebung
gewöhnen. Seh ich auch tatsächlich so, ich muss erstmal mit der Situation an
sich klar kommen bevor ich waghalsig auf leute zu gehe. Und dann hat sich das
ja eh aufeinmal gelöst. Mein Mitbewohner redet mit mir. Awesome *__*
Nachdem wir ne zeitlang geredet haben, sagt er aufeinmal
mittem im gespräch er holt sich jetzt mal was zu essen, steht auf und geht ausm
zimmer. Oooookey. Ich hab mir dann Bernd geschnappt, emails beantwortet und
geschrieben und joa. Eigentlich wollte ich mich noch nach Farmen erkundigen und
die anschreiben wegen arbeit, aber wie das so ist, lag ich auf einmal nurnoch
tot da und musste schlafen. Und joa, das hab ich dann auch getan^^ Bettfertig
gemacht und mich schlafen gelegt. Gute Nacht. Das war übrigens so um halb 8.
Das war mein erster Tag in Auckland :)
Danke fürs durchkämpfen,
Auf wieder-lesen
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