Dienstag, 17. September 2013

Fliegendes Apfel-Gehirn.

Seid gegrüßt eventuelle Leser!

Es ist so weit. Ich sitze in Auckland am Meer und kann hier meinen Blogeintrag ganz entspannt schreiben :) Die Sonne scheint, das Meer plätschert und meine Füße entspannen sich vom vielen laufen.
Ich nutze jetzt mal die Zeit um von dem Weg zu berichten wie ich hierhergekommen bin. Eigentlich wollte ich noch einen Post über meinen Abschied machen, wie der war, wie der verlief und so was, aber bei mir sträubt sich grad eher alles des zu posten, vondemher wird das wohl eher nichts.
Also fangen wir mal an… Genau. Samstag dem 14. gab es einen letzten Brunch mit meiner familie :) so des übliche, Lachsbrötchen, Brusccetta, Eier, etc. und das wichtigste: Brezen. Ja Brezen.. ich glaub Brezen werd ich echt vermissen. (Input: ich schreib grad in Word und die Autokorrektur will mir erzählen, dass Brezen kein Wort ist.. waaaaaaas :D glaubt mans.) Aufjedenfall hab ich dann noch mein Zeug fertig gepackt. Ja, in der Tat. Ich war am Tag meines Abflugs noch nicht fertig. Im Nachhinein frag ich mich bei so was, ob des eigentlich wirklich nötig is, dass ich so unfähig bin und erst 2 Tage vorher anfangen muss zu packen um dann am Tag vorher meine Wäsche zu waschen und dann am Tag selber noch vieles andere zusammen suchen muss. Ja, anscheinend ist das nötig. Der Vorteil an meiner Einstellung „Ich mach das alles in Ruhe, ich mach das Jahr, um mal nicht den ganzen Stress zu haben“ ist ganz eindeutig: ich mach alles in Ruhe und nicht in Stress. Der Nachteil ist ganz klar: ich brauch für alles ewig und man kann sich nie sicher sein ob ich jetzt eigentlich wirklich schon alles gemacht hab. Aber siehe da, bis jetzt kann ich sagen, ich hab alles vorbereitet :) allerdings auch das ist keine Garantie, dass alles glatt läuft. Wenn man nämlich das Gehirn eines Apfels hat, der von einem Affen auf Händen getragen wird. Ja, liebe Leuts. Dann hilft auch die Vorbereitung nichts.
Ich hab also mein Zeug fertig gepackt, hab festgestellt, dass irgendwie alles ziemlich schwer ist und schon meinen Rücken bemitleidet. Weiter ausmisten konnte ich meinen Rucksack eigentlich nicht. Wenn es zu schwer ist, fehlen Dir ganz einfach die Muskeln! Also steht der Plan schon mal fest: Ich werde endlich mal Muskeln aufbauen. Ich hab also mein Zeug fertig gepackt, zu meinem Vater ins Auto und stelle dann etwas makantes fest. Ich bin in diesem Moment das letzte mal in diesem Haus. Ich fliege jetzt nach Neuseeland. Ich komm erstmal nicht wieder. Ich sehe meinen Kater Lysator nichtmehr. (Die Pflaume hat sich nämlich nicht blicken lassen. Blöder Blöder Sack.) Das erstaunliche ist nur irgendwie.. mir war es bewusst. Ich wusste es. Aber es hat sich kein bisschen so angefühlt, als würde ich gehen. Dennoch bin ich noch mal zurück ins Haus, hab paar Wände berührt und Tschüss gesagt, hab noch mal meine bemalte Regenbogenküche bewundert und verabschiedet und hab noch schnell kurz 8 Takte aufm Klavier gespielt. Dann bin ich wieder raus. Aber das Gefühl war unverändert. Bisschen komisch. Wir sind dann losgefahren zum Münchner Flughafen, auf der Autofahrt hab ich mich mental und schreibend von meinen Whatsapp Kompanen und Gruppen verabschiedet und musste feststellen, dass sich mein Handy aufhängt, wenn ich eine Gruppe verlassen und löschen will. Cooooool.
Dort angekommen und um Parkplätze gekämpft, haben wir mich dann eingecheckt. Bzw. mein Vater, der Clemi und ich. Codi und Marv standen bisschen abseits von der Schlange. Codi war so nett und hatte meinen Rucksack auf. Einzige Sache: da war mein Visum drinnen für den Flug. Also gleich schon mal erste Lektion gelernt: Immer alle wichtigen Dokumente bei dir tragen, auch wenn dir gar nicht bewusst ist, dass du sie brauchst. Du brauchst sie vielleicht DOCH. Ich musste also dann zu ihr hinlaufen, Visum holen und zurück zum Schalter. Schlimm war des jetzt nich, aber irgendwie auch.. unnötig. Nach dem einchecken sind wir dann noch Kaffee trinken gegangen, ich hab meiner Schwester mein Handy übergeben. Dann hab ich noch meine Zahnpasta rausgefischt und in so einen schönen Plastikbeutel getan, damit die Flugmenschen nich denken, ich schmuggel hier irgend eine explosive Flüssigkeit mit mir. Nach einem eher stilleren dasitzen war es dann soweit. Ich musste in den Sicherheitsbereich oder wie man das nennt. Also hiess es Abschied. Der verlief leider eher kurz, nachdem ich mich ja in die Schlange anstellen musste. Das war das blödeste. Ich musste mich von meiner Familie verabschieden, stand dann aber nur 3m von ihnen entfernt in der Schlange, aber konnte nichtmehr mit ihnen reden, geschweige denn sie umarmen. Jaaaaaaa, zugegeben, das war echt madig. Als ich dann meinen Pass vorgezeigt hab drehte ich mich ein letztes mal um, hab meiner Familie gewunken, sie hat mir zurück gewunken, die Leute zwischen uns waren irritiert, wem ich da wink und dann ging ich um die Ecke und stand in der Schlange für den Sicherheitscheck. Schlau wie ich bin, hab ich gemerkt, dass die Wand neben mir aus Glas war und nicht vollkommen trüb sondern bisschen weiter oben durchsichtig is. Ein Hoffnungsschimmer kam auf meine Familie noch mal zu sehen. Ich stellte mich also auf zehenspitzen und durfte feststellen, dass ich zu klein bin. Autsch. Wenn meine Familie in dem Moment hingeschaut hat, hätten sie allerdings mein blondes Haar erblicken können. Also auch nicht allzu zu klein! :D hachja.. so. Pass und Flugticket in der Hand war ich bereit für den Sicherheitscheck. Mir fiel ein, dass ich ja die Zahnpasta mit dem Plastikbeutel rausholen muss. Also Rucksack auf und wollte sie rausholen. Joa.. witzige Geschichte, ich hab sie nichtmehr gefunden. Hab alles durchsucht im Rucksack, die war da nichtmehr, aber ich war mir sicher dass ich sie eingesteckt hab. Der gute Sicherheitsmann fragt mich dann ob ich Flüssigkeiten bei mir habe. Ich meinte dann „Ja schon, meine Zahnpasta, aber ich kann sie jetzt leider nichtmehr finden :0“ War kein Problem, er meinte solange es nur die Zahnpasta is, is des jetzt auch egal. AHA! Wenn man es also Zahnpasta nennt, kann man reinschmuggeln was man will. Gut zu wissen, gut zu wissen. Durch den Sicherheitscheck mit Freude durch und stand gleich am richtigen Gate und stellte mich in die Schlange. Dann hieß es Ticket vorzeigen und rein. Aber bevor ich das konnte, kam eine Person angelaufen. Blieb stehen und schaute sich erstmal rum. Und lief dann plötzlich in diesen Tunnel, der zum Flugzeug führt, aber ohne Ticket darf man da ja nicht hin. Die Ticket-Stewardess wusste erst gar nicht was da eben passiert ist, war erstmal bisschen perplex und lief dann auch plötzlich hinterher, hat die Person gepackt und rief etwas auf Englisch. An den Schultern gepackt wurde er dann rausgeschleift und wieder weggeschickt. Jaja.. Ohne Aufsicht machen kleine Jungen echt nur Quatsch.
Ermuntert durch dieses sehr aufregende Spektakel ging ich dann ins Flugzeug und setzte mich. Dann kamen meine lieben Nachbarn, ein älteres Ehepaar. Haben keine Probleme gemacht und ich hab kein Problem gemacht. Im Gegenteil, ich hab Mr. Mann sogar mein Wasser gegeben, weil ichs nich getrunken hab und er es wollte :) und was tut er. Er gibt es Mrs. Frau. Freundschaft schamlos ausgenutzt nenn ich das. Auf dem Flug hab ich nur Filme geschaut, aber wirklich gefallen hat mir ehrlich gesagt keiner. Vorallem The Great Gatsby hat mich mehr als enttäuscht. Allein, dass da Spider-Man mitspielt finde ich ziemlich verwirrend.
Dann kam ich in Dubai an und musste erneut durch den Sicherheitscheck. Bisschen aufgeregt wegen meiner verschollenen Zahnpasta ging ich durch, aber auch die hat des nicht intressiert. Dann hab ich mich auf nen roten Stuhl gesetzt, bereit für meine 10 Stunden Aufenthalt, Bernd rausgeholt und hab mein erstes Lebenszeichen aus Dubai gesendet. Fragt mich nicht warum, aber ich war extrem aufgedreht :D also geflasht und hatte spaß an irgendwie allem was ich geschrieben hab. Meine Emails waren allerdings auch wirklich sehr lustig :D Aber wie das so ist, haben Notebooks nicht unendlich Akku, also hab ich mir Strom gesucht. Gesucht, gefunden. Hab mich hingesetzt und BAMM. Stecker passt nicht rein. Fast am weinen dachte ich mir „Des schaut aber sehr ähnlich dem Neuseeländischen Stecker! Zum Glück hat mir die Codi da einen Adapter gegeben.“ Wie ein König durchsuche ich also meinen Rucksack und stelle fest: ich hab den Adapter ins Sperrgepäck. Warum auch nicht. WARUM AUCH NICHT. Arrrggh. Da war ich vlt sauer auf mich^^ also hieß es, tschau Bernd, du schläfst jetzt erstmal länger. Ich fands unnötig mir wegen 4 stunden nen arabischen Adapter zu kaufen. Im nachhinein waren es übrigens 8 stunden, mein gehirn war nur zu blöd zu rechnen. Bisschen später dachte ich mir „das kann doch nicht sein, ich hab den Adapter doch eingesteckt!“ also durchsuche ich meinen Rucksack noch mal. Vom Adapter keine Spur. Aber was habe ich gefunden? Die Zahnpasta. Die war in diesen Aussennetzdingern wo man trinken normal reintut. Zum Glück war ich eh schon so aufgedreht, deshalb fand ichs eher lustig :D aber wieder so ein Moment, wo man sich fühlt wie ein Stein ohne IQ. Nachdem ich dann nichtsmehr zu tun hatte, bin ich bischen durch den Flughafen gelaufen. Aber so groß is der dann auch nicht. Also hab ich mich wieder hingesetzt und gechillt. Ich hab dann noch mal das Buch der Liebe durchgelesen. N Buch von meinen Freunden und Familie, wo jeder so nen Eintrag gemacht hat :) da ging mein Herz dann wieder auf, hachja, ich liebe dieses Buch :D der aaaaabsolute Wahnsinn. Aber joa.. irgendwann war dann auch das zu Ende. YOLO wie ich bin, schlendere ich also wieder durch den Flughafen, diesmal mit der Absicht herauszufinden, wo mein Flug eigentlich abfliegt. Nachdem ich dann mal auf mein Flugticket geschaut hab, hab ich „Zone C“ gelesen. Ich war aber A. Nachdem ich ja nichts zu tun hatte, dachte ich mir, dann kann ich ja gleich mal hinfahren. Ich suche also die Stelle wo man von Terminal zu Terminal fährt. Sehe es nicht, laufe vorbei und lauf noch einmal um den ganzen Flughafen. Warum sollte ich denn bitte einfach umdrehen und zurückgehen. There’s only One Direction! Schliesslich gefunden. Bin die Treppen runtergelaufen, gefühlt 4 oder so, musste feststellen dass da unten niemand ist und bin wieder rauf. Irgendwann bin ich dann irgendwo so semi eingeschlafen. Immerwieder wach geworden, weil ich will ja den Flug nicht verpassen. Paar Stunden später dachte ich dann, okey jetzt muss aber jemand da unten sein! Also geh ich wieder die Treppen runter, frage den netten Mann ob ich hier zu Terminal C komme. Der fragt nach meinem Ticket und der sagt mir dann, dass Zone C nicht der Abflug ist, sondern anzeigt wo ich sitze. Hallo Apfelgehirn. Er hat mir dann aufgeschrieben bei welchem A-Gate der Flug geht. Bedröppelt lauf ich wieder hoch und da hin. Und schlaf wieder ein. Irgendwann kommt dann eine Durchsage wegen meinem Auckland Flug, dass der doch nicht A23 abfliegt sonder A40. Ich raffe mich also auf, bereit zu A40 zu gehen. Nunja.. die Schilder gehen aber nur bis 29. Goil, dachte ich mir. Nach weiterem rumlaufen (ich kenn den Flughafen langsam wie etwas, das ich gut kenne) sehe ich diese Abflugtafeln. Und was sehe ich da: Auckland Gate A14. Fourteen. Nicht Fourty. Hallo Apfel. Verzweifelt über meine ganze Blödheit gehe ich also dahin und merke, dass es genau da ist, wo ich ganz am Anfang hingelaufen bin. Hmpf. Also nach gewisser Zeit wieder ins Flugzeug, da konnte ich dann Bernd sogar laden, weil da ne EXTREM coole Steckdose war :) Und dann hab ich sofort weitergeschlafen. Plötzlich weckt mich dann meine Nachbarin und redet auf mich ein. Ich glaub ich hab irgendwas auf Deutsch geantwortet, hab im Halbschlaf aber gar nichts gecheckt, bis mir dann klar wurde dass sie rauswollte weil ihr nicht gut ist. Also liess ich sie raus - Hab sie den restlichen Flug nichtmehr gesehen. Hatte also nen leeren Sitzplatz neben mir. FREIE ABLAGE! Ja gerne :)
Nach weiterem Schlafen (eher unbequem, aber mit Daft Punk Musik im Ohr), hab ich dann wieder Filme geschaut. Joa das war mein Flug.. weiß leider nicht wie lange, Zeitverschiebung und so. Kurzer Zwischenhalt in Sydney wegen Technischem Stop. Also raus um ne Stunde später wieder reinzugehen. Wie es so ist, war da wieder ein Sicherheitscheck. Diesmal kam ich allerdings garnich so weit, stolz meine gefundene Zahnpasta zu präsentieren, weil ich aus der Schlange gewunken wurde um daneben zu gehen. Ich dacht mir „looooooohnend, ich eröffne ne neue Schlange :)“. Nunja. Nicht ganz. Ich war bei einer neuen Schlange, ja, aber die war für besondere Sicherheitschecks. Ich musste dann in so eine Röhre, Beine breit, Arme hoch und um mich hat sich so n Ding gedreht. Ja gerne, warum eigentlich auch nicht. Wurde dann noch bisschen betastet und dann war ich anscheinend doch kein radioaktiver Terrorist. Hab mein Zeug aus den Kisten genommen und alles wieder in den Rucksack gepackt. Dann will ich grade losgehen zur Treppe, da fängt mich ein Security Mensch ab, hält mir so n laminierten Wisch entgegen und redet was von „Random Security Check“, hält mir den Zettel hin und meint, wenn ich fragen hab, soll ich fragen. Ich les mir des so durch und krieg ordentliches Herzpochen, die Aufregung steigt immer mehr an und ich krieg leichte Beklemmungen. Das, obwohl ich nichmal was schlimmes dabei hab. Ausser meiner Zahnpasta natürlich. Aber is wirklich erstaunlich. Allein dass man so hart rangenommen wird, is einfach unangenehm. Und wer weiß, vielleicht hat man doch was illegales, vlt wurde einem was zugesteckt, wer weiß das schon. Der Mensch hat dann mit sonem komischen länglichen Teil erst mich abgesucht und dann musste ich meinen Rucksack aufmachen und dann hat er es da reingetan und alles abgesucht, als würde er ernsthaft radioaktive strahlung oder so messen. Dann hat er irgendwas in den Computer getan, was aussah wie ein Pflaster und meinte dann dass alles okey is und ich gehen kann. Cool. Wirklich, cool. Solange es für die sicherheit ist, ist alles okey :)
Nach erstem schockzustand ging ich dann die treppe hoch und lief durch den sydneyschen airport. Nachdem ich ja Bernd geladen hatte, dachte ich mir, ich schreib bisschen Emails. Joa.. ich hab allerdings Bernd ausgesteckt, als meine Sitznachbarin rauswollte, weil ich erst dachte sie hasst mich, weil des Kabel sie stört oder so. und anscheinend haben die Steckdosen da nicht grade ne gute stromstärke – oder spannung – zumindenst war der akku nicht gerade voll. Es hielt für bisschen, aber lange auch nicht. Hab dann meine wasserflasche aufgefüllt und bisschen vor mich hingestarrt. Achja, auchnoch ganz cool is, wenn man langsam die Leute rausfindet, die die selben Flüge haben wie einer selber^^ dann sieht man die auf einmal überall am Flughafen oder in den Warteschlangen. Naja, weiter im Text: Irgendwann gings dann los, weiter ins Flugzeug, abgehoben und nach 2 ½ stunden emails schreiben, landete ich dann wieder. Obwohl Emirates wirklich gefühlt JEDEN film hat und jede Serie, hat mich irgendwie nichtsmehr angesprochen. Ziemlich traurig eigentlich… Aber mei. Schliesslich bin ich dann gelandet und hab schon die ersten neuseeländischen Meere, Flächen, Berge, Küsten gesehn *__* nicht wirklich gut, ich sass ja in der mitte, aber wenn ich meinen Hals ganz doll gestreckt hab, hab ich bisschen was gesehn :) und die Vorfreude stieg immer mehr. Aufeinmal wurde mir klar, „Junge, du bist jetzt in Neuseeland!“
Aber genauso wie mir nicht wirklich klar war, dass ich jetzt meine Heimat verlasse, war mir auch das nicht klar. Also vom Gefühl her. Irgendwie war das… komisch. Aber egal! Ich kam an :)

Nachdem des hier alles viel länger wurde als gedacht, schreib ich jetzt nichtsmehr über Neuseeland an sich, also meinen ersten Tag. Des kommt dann in nem neuen.
Danke fürs Durchkämpfen!

Auf wieder-lesen :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen