Mittwoch, 18. September 2013

Neuseeland und Germany.

Seid gegrüßt eventuelle Leser :)

So jetzt bin ich so weit über meine Ankunft in Neuseeland zu berichten.
Ich bin also gelandet in Auckland (16. 9.) , hab schon halsreckend versucht etwas von der neuseeländischen Landschaft zu erhaschen und dachte mir „Junge, du bist in Neuseeland!“. Als ich dann immer mehr daran gedacht hab, dass ich tatsächlich hier bin, hier, in Neuseeland, hier, weit weg von daheim, einfach hier! Ja.. da kamen die Glücksgefühle, ich war immer mehr geflasht. Beflügelt steige ich aus dem Flugzeug aus, sage den Stewardessen tschüss und gehe weiter. Man geht erstmal durch einen Holzgeschnittenen Bogen, ganz nach Maori-Art (Wortspiel, Art=Kunst und so). an den wänden sind riesige fotos von walen, natur etc. Man ist aber immer noch in einem Flughafen, also immer noch diese grauen sterilen Böden. Aber es schaut schöner aus als in München :) Ich geh also an den Läden vorbei, stell mich in die Schlange für Nicht-Neuseeländer, bereit die EinreiseFrau mit all meinen Dokumenten zu beschütten. Als ich dran kam, wollte sie aber nur meinen Reisepass und den Einreisezettel, den ich im Flughafen ausgefüllt hab. Naja, mir sollts recht sein. Ich dachte mit Visum etc. werd ich dann wohl später bei den Sicherheitschecks gefragt. Ich geh also weiter, steck mir paar maps for free von Auckland ein und gehe zum baggage claim. Nach na gesunden Zeit kam dann mein guter Rucksack, ich hiefte ihn auf einen Gepäckwagen und rollte Richtung Xray-Check. Brav wie ich bin, stell ich mich ganz ordentlich in die Nicht-Neuseeländer-Reihe. Zeitgleich eröffnet sich rechts neben mir eine neue Reihe und eine asiatische Touristenhorde strömt ein. Meines wissens war es eine normale Schlange, aber es standen dort wirklich nur Asiaten. Plötzlich bricht eine heide „Ich wechsel die Reihe, denn da geht’s schneller!“-Hysterie aus. Nurnoch wuselnde Menschen. Ich als gelernter Autofahrer, weiß natürlich dass das den Stau nur schlimmer macht. Bei Autos vlt. Nicht bei so was^^ trotzdem bleib ich in meiner Reihe, weil sie jetzt auchnoch anfangen in die Reihen der einheimischen Neuseeländer einzudringen und ich mir dachte "bisschen Respekt HAAALLO". Doch dann kam ne FlughafenFrau, öffnete ein Absperrband und winkte mich durch. Mitgerissen von der Hysterie eile ich von Reihe zu Reihe, da wo sich neuer Platz bildet, da kommen neue Leute hin! – ich hab mich niemals vorgedrängelt, nicht dass das falsch rüberkommt. Wer zuerst malt, kommt zuerst. – Nunja dann war es soweit. Achja, auf dem ganzen Flughafen sind Plakate und Durchsagen und im Flugzeug war sogar ein Film, der einem verdeutlich dass es verboten ist Essen nach Neuseeland zu bringen. Nach dem Film hatte man ehrlich gesagt Angst, Socken mitzubringen, vlt enthält das ja auch was verbotenes. Die Plakate am Flughafen machen das auch nicht freundlicher. Die sagen klar: sag, was du dabei hast oder STIRB. Und ich hatte auchnoch 5 Tüten Gummibären im Gepäck… Also hab ich mir eine Geschichte zurecht gelegt: Ich bring sie als Geschenk für einen Freund meiner Schwester mit, der wohnt in der nähe von Hamilton, genaue Adresse und Namen kann ich leider nicht sagen, das alles schickt mir meine Schwester noch zu und BITTE TÖTET MICH NICHT!
Als ich dann beim CheckMenschen war, hab ich den Flugzeugeinreisezettel vorgezeigt, er meinte:
„What food do you have?“ 
„Candy.“ 
„Okey. Hiking boots and tent?“ 
„Just hiking boots.“ 
„Okey, please go to line 1.“
Richtig. Niemand hat sich für meine Geschichte interessiert. Für mein Visum übrigens auch nicht. Geschweige denn der Nachweis, dass ich genug Geld auf dem Konto hab. Ich gehe also zu Line 1, zeige meine Bergschuhe, lass meine Rucksäcke röntgen und darf gehen. Und aufeinmal steh ich ganz allein auf dem neuseeländischen Flughafen. Natürlich nicht allein, da waren andere Menschen aber jetzt war es vorbei. Vorbei mit der „Sicherheit“. Jetzt muss ich mich um alles selber kümmern. Davor konnte ich mich wenigstens einfach ins Flugzeug setzen und dann lief alles. Bisschen verloren steh ich da, schau mich um, sehe dass man Autos mieten kann und denk mir „Ja, cool. Und jetzt.“ Dann sehe ich ein „Money Exchange“-Schild und steuere darauf zu. Dann kam eine Unterhaltung mit dem GeldMann, die mich immer noch zum weinen bringt:
„Hey, can I exchange money here?“
„Hey, yeah sure, I just have to start the system. So are you coming back from holidays?“
„Oh, no no, I’m germany.“
Richtig. Erst hat mich der gute Mann für einen Neuseeländer gehalten, für mich das größte Kompliment das geht und dann BAMM. Antworte ich „Nein, ich bin Deutschland.“ Hm, mir fällt erst jetzt auf, dass es ja dieses Du bist Deutschland gibt :D hachja aufjedenfall. Ich konnte mich nurnoch schämen. Sag ich doch wirklich I’m germany. Ich weiß nicht ob die Dramatik hier wirklich rüberkommt, aber für mich war das echt ein Schlag ins Gesicht. Meine erste Unterhaltung mit einem Neuseeländer und dann so was. Weltklasse Englisch ich haben. Im weiteren Gespräch hab ich dann erfahren, dass er eigentlich Südafrikaner ist und last year hergezogen ist und seit 2009 fertig studying is. Warum ich das weiß? Das system hat ungeföhr ewig gebraucht und dann haben wir geredet, hab ihn nach Bussen nach Auckland gefragt etc. Der Kerl war wirklich super :) mega nett und hilfsbereit. Hab mir überlegt ob ich ihn fragen soll mit ihm ein Foto zu machen, so als erster Mensch mit dem ich red in Neuseeland, aber ich fands dann doch eher.. Creepy so was zu fragen. Nachdem ich dann schliesslich Geld umgetauscht hab, hab ich mich erkundigt wo es ein ATM (Geldautomaten) gibt und ging dorthin. Karte rein, PIN rein, Withdrawal ausgewählt, Wechselkurs €/$ angeschaut, Geld raus. Nunja. Eben nicht. Kein Geld raus. Der automat verweigerte sich mir, meinte, irgendwas is fehlgeschlagen. Fassungslos nehm ich karte raus und alles noch mal. Geht wieder nich. Aggressiv, geh ich an den Automaten daneben. Wieder nicht. Am verzweifeln, vorm inneren Auge sehend wie mein Leben zusammenbricht, wende ich mich dem Ausgang zu und gehe raus. So schlimm wars nicht, ich hatte ja erstmal geld und notfalls andere möglichkeiten um an geld zu kommen. - das klingt jetzt vlt illegal, aber so mein ich as ja nicht :D - Genervt hats mich trotzdem. Ich geh also zum Busschalter, zeig ihm meine Hosteladresse und frag wie ich hinkomm, er meint ich muss den Bus nehmen, der da grade steht und dem Busfahrer noch mal meine Adresse zeigen. Ich kauf noch n Ticken und geh zum bus hin, lass abstempeln und zeig ihm meine adresse. Der gute Busfahrer teilt mir dann mit, dass ich im falschen Bus bin. Coool. Er nimmt mein ticket, schreibt drauf dass die entwertung ein fehler war und unterschreibt. Sehr netter Eugene :) ich also wieder raus, 5 minuten später in den richtigen bus. Zeig dem Busfahrer meine adresse, der nimmt den zettel und meinte er sagt bescheid, wenn ich rausmuss. Mega nett :) Er beginnt die fahrt und sagt sowas wie „Hello my guests, this is edgar, the one and only, and i’m glad you’re with me.“ Und das in einem ton wie jemand, der wirklich sagen würde „Ich bin ein gangster, the one and only.“ Er hiess nich wirklich Edgar, aber ich weiß nichmehr wie er hieß. Vielleicht lag es an meiner überschwinglichen Laune, aber ich fand die Situation einfach unglaublich cool und die ganzen Leute hier einfach super nett :D super guter start. Wir fahren dann auf einen Kreisel zu und ich denk mir „huuui“, aber dann wurds eher „iuuuh“. Dann wurde mir erst klar, dass wir die ganze zeit auf der linken strassenseite gefahren sind und auch den kreisel „falschrum“ durchfahren. Schliesslich sagt mir edgar, dass ich raus muss, gab mir meinen zettel wieder und hat mir noch mal erklärt wie ich zum hostel komm. Ernsthaft, die Leute hier sind einfach sau hilfsbereit und mega freundlich :) super cool. Ich komm also im Hostel an und mein erster gedanke ist „das is aber kleiner als gedacht.“ Und gehe rein. Finde die reception, checke ein, und werde rumgeführt. Ich geh dann in mein zimmer, ziemlich klein, und sehe dass mein Mitmensch schon eingezogen is, aber nich da is. Ich klär noch mal alles ab mit Johnny, dem receptionMensch und geh ins Zimmer, pack mein Zeug bisschen aus und geh duschen. Habe festgestellt, dass ich kein shampoo hab, sondern das kleine reiseding nur shower gel is. Aber ich kam klar. Geduscht bin ich wieder zurück ins Zimmer, räum mein Zeug vom Bett und denk mir „okey, ich leg mich mal kurz hin und schau mir dann bisschen Auckland an um wachzubleiben und dem Jetlag entgegenzuwirken.“ Tjoa, ich durfte erstmal feststellen, dass mein Rücken anscheinend durchs fliegen derart geschädigt wurde, dass ich erstmal garnich normal liegen konnte ohne Schmerzen. Nach ewigem strecken und langsamen entspannen gings dann. Ich stellte mir nen Wecker auf ne stunde und chillte vor mich hin. War übrigens gegen 4 Uhr, also bei mir. Als der Wecker dann losging, binich aufgewacht, bisschen fertig und wie mans so kennt dachte ich mir… Nö. Ich steh jetzt nich auf, bringt auch nichts durch Auckland zu gehen wenn ich mega müde bin. (Im nachhinein sehr weise, weil man ewig nach Auckland braucht zu Fuß.) ich schlaf also wieder ein. Im Halbschlaf merke ich wie mein Mitmensch auftaucht und in seinem Zeug rumkruschelt. Ich stell mcih weiterhin schlafend, weil in dem zustand ich mit niemanden hätte reden können. Um 9 bin ich dann aufgewacht, bisschen wacher und hab erschrocken festgestellt, dass ich vergessen habe, ein Lebenszeichen zu geben. Also Bernd rausgekramt und erstmal im Halbschlaf etwas auf facebook gepostet und meiner familie ne nachricht geschrieben. Bernd weg, Decke drüber, weitergeschlafen.

Das ist erstmal genug Text. Danke fürs Durchkäpfen,

Auf wieder-lesen :)

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